Bava Batra 301

Kapitel 301

א כותבין שטר למוכר ואע"פ שאין לוקח עמו כיון שהחזיק זה בקרקע נקנה שטר כל מקום שהוא וזו היא ששנינו נכסים שאין להן אחריות נקנין עם הנכסים שיש להן אחריות בכסף ובשטר ובחזקה
1 Man schreibe dem Verkäufer einen Schein, auch wenn der Käufer nicht zugegen ist; sobald [der Käufer] das Grundstück in Besitz nimmt, wird die Urkunde miterworben, wo sie sich auch befindet. Das ist es, was wir gelernt haben: Güter, die keine Sicherheit gewähren, werden mit Gütern geeignet, die eine Sicherheit gewähren, durch Geld, Urkunde und Besitznahme.
ב בהמה איקרי נכסי דתנן המקדיש נכסיו והיתה בהן בהמה ראויה לגבי מזבח זכרים עולות ונקבות ימכרו לצרכי זבחי שלמים עופות איקרי נכסי דתנן המקדיש נכסיו והיו בהן דברים הראויין לגבי מזבח יינות שמנים ועופות
2 Das Vieh wird Güter genannt, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seine Güter geweiht hat und darunter für den Altar geeignetes Vieh sich befindet, so sind die männlichen als Brandopfer darzubringen und die weiblichen als Heilsopfer zu verkaufen. Vögel werden Güter genannt, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seine Güter dem Heiligtum geweiht hat und darunter sich für den Altar brauchbare Dinge befinden, Weine, Öle und Vögel.
ג תפלין איקרי נכסי דתנן המקדיש נכסיו מעלין לו תפלין איבעיא להו ספר תורה מאי כיון דלא מזדבן דאסור לזבוניה לאו נכסי הוא או דלמא כיון דמזדבן ללמוד תורה ולישא אשה נכסי הוא תיקו
3 Die Tephillin werden Güter genannt, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seine Güter geweiht hat, so lasse man ihm die Tephillin zurück. Sie fragten: Wie verhält es sich mit einer Torarolle: gehört sie nicht zu den Gütern, da sie unverkäuflich ist, denn es ist verboten, eine solche zu verkaufen, oder gehört sie wohl zu den Gütern, da man sie verkaufen darf, um die Tora zu studieren und eine Frau zu heiraten? — Dies bleibt unentschieden.
ד (סימן זוטרא אימיה דעמרם מתרתי אחוותא רב טובי ורב דימי ורב יוסף)
4 
ה אימיה דרב זוטרא בר טוביא כתבינהו לנכסה לרב זוטרא בר טוביא דבעיא לאנסובי ליה לרב זביד אינסיבא וגרשה אתיא לקמיה דרב ביבי בר אביי אמר משום אנסובי והא אינסיבא
5 Die Mutter des R. Zuṭra b. Ṭobija verschrieb R. Zuṭra b. Ṭobija all ihre Güter, weil sie sich mit R. Zebid verheiraten wollte. Alsdann heiratete sie und ließ sich später scheiden. Hierauf kam sie vor R. Bebaj b. Abajje, und dieser entschied: Weil sie sich verheiraten wollte, und sie hat sich j a verheiratet.
ו אמר ליה רב הונא בריה דרב יהושע משום דאתו ממולאי אמריתו מילי מולייתא אפילו למאן דאמר מברחת קני הני מילי היכא דלא גליא דעתה אבל הכא גליא דעתה דמשום אינסובי הוא והא אינסיבא ואיגרשה
6 Da sprach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zu ihm: Weil ihr von Gekürzten stammt, redet ihr auch gekürzte Worte; selbst nach dem, welcher sagt, das Hinterzogene werde geeignet, gilt dies nur von dem Falle, wo sie dies nicht bekundet hat, hierbei aber hat sie ja bekundet, daß sie dies wegen ihrer Verheiratung getan hat, und sie hat sich ja verheiratet und scheiden lassen.
ז אימיה דרמי בר חמא באורתא כתבתינהו לנכסה לרמי בר חמא בצפרא כתבתינהו לרב עוקבא בר חמא אתא רמי בר חמא לקמיה דרב ששת אוקמיה בנכסי אזל רב עוקבא בר חמא קמיה דרב נחמן אוקמיה בנכסי
7 Die Mutter des Rami b. Ḥama verschrieb abends ihr Vermögen Rami b. Ḥama und am folgenden Morgen verschrieb sie es R. U͑qaba b. Ḥama. Als dann Rami b. Ḥama zu R. Šešeth kam, setzte er ihn in den Besitz des Vermögens; R. U͑qaba b. Ḥama aber ging zu R. Naḥman, und er setzte ihn in den Besitz des Vermögens.
ח אתא רב ששת לקמיה דרב נחמן אמר ליה מאי טעמא אוקמיה מר לרב עוקבא בר חמא אי משום דהדרא בה והא שכיבא אמר ליה הכי אמר שמואל כל שאילו עמד חוזר חוזר במתנתו
8 Da ging R. Šešeth zu R. Naḥman und sprach zu ihm: Weshalb sprach es der Meister R. U͑qaba b. Ḥama zu? Wenn etwa, weil sie zurückgetreten ist, so ist sie ja gestorben!? Dieser erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: in einem Falle, wo er bei einer Genesung zurücktreten kann, kann er von der Schenkung zurücktreten. —
ט אימור דאמר שמואל לעצמו לאחר מי אמר אמר ליה בפירוש אמר שמואל בין לעצמו בין לאחר
9 Šemuél sagte es ja aber nur von dem Falle, wenn er es für sich [behalten will], sagte er es etwa auch von dem Falle, wenn er es einem anderen [schenken will]!? Dieser erwiderte: Šemuél sagte ausdrücklich, einerlei ob für sich oder für einen anderen.
י אימיה דרב עמרם חסידא הוה לה מלוגא דשטראי כי קא שכבא אמרה ליהוי לעמרם ברי אתו אחוה לקמיה דרב נחמן אמרו ליה והא לא משך אמר להו דברי שכיב מרע ככתובין וכמסורין דמו
10 Die Mutter R. A͑mram des Frommen hatte eine Mappe mit Schuldscheinen, und als sie sterben sollte, verfügte sie: sie sollen meinem Sohne A͑mram gehören. Hierauf kamen seine Brüder vor R. Naḥman und sprachen zu ihm: Er hat sie ja nicht an sich gezogen! Dieser erwiderte ihnen: Die Worte eines Sterbenskranken gelten als niedergeschrieben und übergeben.
יא אחתיה דרב טובי בר רב מתנה כתבתינהו לנכסה לרב טובי בר רב מתנה בצפרא לפניא אתא רב אחדבוי בר רב מתנה בכה לה אמר לה השתא אמרי מר צורבא מרבנן ומר לאו צורבא מרבנן כתבתינהו ניהליה אתא לקמיה דרב נחמן אמר ליה הכי אמר שמואל כל שאילו עמד חוזר חוזר במתנתו
11 Die Schwester des R. Ṭobi b. R. Mathna verschrieb morgens ihr Vermögen R. Ṭobi b. R. Mathna; abends kam R. Aḥadboj b. R. Mathna zu ihr und weinte vor ihr, indem er sprach: Jetzt wird man sagen, der eine sei ein Gelehrter und der andere sei kein Gelehrter. Da verschrieb sie es ihm. Als er darauf vor R. Naḥman kam, sprach dieser zu ihm: Folgendes sagte Šemuél: in einem Falle, wo er bei einer Genesung zurücktreten kann, kann er von der Schenkung zurücktreten.
יב אחתיה דרב דימי בר יוסף הוה לה פיסקתא דפרדיסא כל אימת דהות חלשא הוה מקניא ליה ניהליה
12 Die Schwester des R. Dimi b. Joseph hatte ein Stück Obstgarten, und sooft sie erkrankte, eignete sie es diesem zu,